Steht am Ende der fachlichen Bewertung eines Drohnenbefunds fest, dass die Fassadenoberfläche neu beschichtet werden soll, ist damit erst die halbe Entscheidung getroffen. Ob eine punktuelle Reparatur oder eine umfassendere Maßnahme angezeigt ist, lässt sich anhand der im vorherigen Beitrag beschriebenen Warnsignale einordnen. Offen bleibt danach die zweite, technischere Frage: welche Fassadenbeschichtung nach Schadensbild tatsächlich passt.
Nicht jede Fassadenfarbe erfüllt dieselben Anforderungen. Eine schlecht gewählte Beschichtung kann ein bestehendes Problem sogar verschärfen, statt es zu lösen.
Fassadenbeschichtung nach Schadensbild: drei Eigenschaften, auf die es ankommt
Beschichtungsstoffe für mineralische Außenwände werden in Deutschland nach DIN EN 1062-1 klassifiziert. Zwei Kennwerte sind dabei für die Wahl nach Schadensbild besonders relevant: die Wasserdampfdurchlässigkeit (Klassen V1 bis V3, je niedriger die Klasse, desto diffusionsoffener) und die Wasseraufnahme (Klassen W1 bis W3, je niedriger die Klasse, desto wasserabweisender). Eine Beschichtung, die zugleich sehr wasserabweisend und wenig diffusionsoffen ist, kann eindringende Restfeuchte im Untergrund schlechter nach außen abgeben – ein Detail, das bei der Auswahl gegen den tatsächlichen Befund abgewogen werden muss und nicht pauschal „möglichst dicht“ lautet.
Für Risse ist die Rissüberbrückung nach DIN EN 1062-7 maßgeblich. Die Norm unterscheidet die Klassen A1 bis A5, die jeweils angeben, bis zu welcher Rissbreite eine Beschichtung noch schadensfrei mitbewegt, ohne selbst wieder aufzureißen. Je feiner die im Bericht dokumentierten Risse, desto eher reicht eine niedrigere Klasse; bei breiteren oder sich bewegenden Rissen ist eine höher eingestufte, elastische Beschichtung oder ein Elastomerputz erforderlich.
Eine dritte Kategorie sind Beschichtungen mit zusätzlicher Wärmedämmwirkung, die auf bestehendem, tragfähigem Untergrund aufgebracht werden, statt eine neue Dämmschicht anzudübeln. Sie kommen dort infrage, wo der Bericht keine strukturellen Mängel zeigt, aber dennoch Wärmeverluste über die Oberfläche auffallen – etwa weil ein klassisches, gedübeltes Wärmedämmverbundsystem aus optischen Gründen, wegen der Fassadendicke oder bei denkmalgeschützter Bausubstanz nicht infrage kommt.
Welcher Befund zu welcher Beschichtungsart passt
Die folgende Übersicht ordnet typische Befunde aus einem Drohnen-Prüfbericht den technischen Anforderungen zu, die eine passende Beschichtung erfüllen sollte. Sie ersetzt nicht die Einzelfallprüfung durch den ausführenden Betrieb, der Untergrund, Voranstrich und Objektlage zusätzlich berücksichtigen muss. Unabhängig vom gewählten Beschichtungstyp gehört dazu eine Prüfung der Tragfähigkeit des vorhandenen Untergrunds vor Ort: Lose Altanstriche, kreidende Flächen oder ein nicht ausreichend fester Putz müssen unabhängig vom Schadensbild zunächst vorbereitet werden, sonst hält auch die technisch passende Beschichtung nicht dauerhaft.
| Befund aus dem Drohnenbericht | Technische Anforderung | Typische Beschichtungsart |
|---|---|---|
| Vereinzelte, feine Risse im Putz | Rissüberbrückung nach DIN EN 1062-7, meist niedrigere Klasse ausreichend | Elastische Fassadenfarbe, bei Bedarf Elastomerputz |
| Verwitterte, kreidende Altbeschichtung ohne strukturelle Schäden | Hohe Wasserdampfdurchlässigkeit (V1) bei geringer Wasseraufnahme (W3) nach DIN EN 1062-1 | Silikat- oder Silikonharzfarbe |
| Algen- oder Pilzbefall, das nach einer Reinigung rasch wiederkehrt | Ursache liegt meist in Feuchte- und Temperaturbedingungen der Oberfläche, nicht allein in fehlendem Biozid | Wärmespeichernder Dickputz oder hydrophile, rasch abtrocknende Beschichtung; konstruktive Ursache mitprüfen |
| Großflächige, nicht strukturell bedingte Wärmeverluste bei intaktem Untergrund | Zusätzliche Wärmedämmwirkung, ohne die bestehende Fassadenkonstruktion zu verändern | Wärmedämmende Nanobeschichtung als ergänzende Maßnahme |
Beim Algen- oder Pilzbefall lohnt ein genauerer Blick: Ein reiner Biozidauftrag wirkt Fachpublikationen zufolge meist nur einige Jahre, wenn die auslösende Ursache – etwa fehlender Dachüberstand, Spritzwasser oder ein schattiger, feuchter Standort – bestehen bleibt. Auch eine sehr dampfdichte Beschichtung kann Tauwasserbildung auf der Oberfläche begünstigen und den Befall damit eher verlängern als beenden. Welche Beschichtung hier tatsächlich passt, hängt also nicht nur vom Schadensbild selbst ab, sondern auch von der Ausrichtung und den baulichen Gegebenheiten der betroffenen Fassadenseite.
Anzeige
PSCoat: Nanobeschichtung mit wärmedämmender und hydrophober Wirkung
Für den letzten Fall aus der Tabelle – ein intakter Untergrund ohne strukturelle Mängel, bei dem trotzdem Wärme über die Fassadenoberfläche verloren geht – bietet der Anbieter PowerSmartCoat mit PSCoat eine Nanobeschichtung an, die laut Herstellerangabe hydrophobe und diffusionsoffene Eigenschaften mit einer zusätzlichen Wärmedämmwirkung verbindet und auf tragfähigem Altputz sowie auf gestrichenen Flächen aufgetragen werden kann. Ein technisches Merkblatt und ein objektbezogener Ersparnisrechner stehen beim Anbieter zur Verfügung; für eine belastbare Einschätzung im Einzelfall bleibt trotzdem der Abgleich mit dem eigenen Prüfbericht notwendig.
Wo eine Beschichtung an ihre Grenzen stößt
Keine Beschichtung, gleich welcher Art, gleicht die im vorherigen Beitrag beschriebenen Warnsignale für eine umfassendere Sanierung aus: großflächige oder mehrere Hohlstellen, netzartige Rissmuster oder großflächige, unregelmäßige Wärmeverluste im Thermogramm sprechen für ein systematisches Problem der Putzschicht oder der Dämmung selbst. In diesen Fällen muss zunächst die Bausubstanz instandgesetzt werden – erst danach ist die Wahl der Beschichtung wieder eine rein oberflächenbezogene Entscheidung.
Die Auswahl gehört in den Prüfbericht
Am Ende sollte die Beschichtungsart nicht isoliert gewählt werden, sondern gemeinsam mit dem Fachbetrieb anhand des vollständigen Prüfberichts aus der Drohnenbefliegung – inklusive der dort dokumentierten Aufnahmebedingungen und der fachlichen Einordnung durch Energieberater oder Planer. Wer unsicher ist, ob sich der Aufwand für eine hochwertigere Beschichtung überhaupt lohnt, kann die Kostenspannen aus der Marktübersicht zur Fassadeninspektion per Drohne als groben Orientierungsrahmen heranziehen. Sinnvoll ist zudem, den gewählten Aufbau bei der nächsten turnusmäßigen Befliegung erneut zu prüfen: So lässt sich über die Zeit nachvollziehen, ob die getroffene Wahl tatsächlich hält, was sie sollte.
Auch interessant